Das typische Geräusch für eine englische Kleinstadt in einer beliebigen Samstagnacht sei das Reihern eines Trunkenboldes. In einer Studie ist es zum widerwärtigsten Geräusch der Welt erklärt worden. Akustikprofessor Trevor Cox von der Universität Salford hat jetzt das Ergebnis seiner einjährigen Untersuchung veröffentlicht. Er hat 1,1 Millionen Menschen befragt, um herauszufinden, warum bestimmte Geräusche so anstößig sind. Bei der Verkündung des Ergebnisses demonstrierte ein Schauspieler den Sound des Übergebens mit Hilfe eines Eimers gebackener Bohnen.
Der erbrechende Engländer verwies den Zahnarztbohrer, das brüllende Baby, den Brunftschrei einer Katze, das Klingeln eines Handys und die Rückkopplung eines Mikrofons auf die Plätze. Schnarchen landete sogar nur auf dem 26. von 34 Plätzen. Hoch im Kurs der Ekelgeräusche stand dagegen das Kreischen einer Eisenbahn auf den Schienen. Das ist aufgrund der veralteten Bahnanlagen ein speziell englisches Problem. Dabei können die Engländer seit der Bahnprivatisierung froh sein, wenn die Züge überhaupt noch fahren.
Cox hatte eigentlich erwartet, dass das Quietschen eines Fingernagels auf einer Schiefertafel ganz oben rangieren würde, da es einen historischen Reflex auslöse: Das Geräusch ähnelt dem Schrei von Affen, die ihre Artgenossen vor Gefahr warnen wollen. Aber die Befragten empfanden es nicht schlimmer als das Hochziehen von Rotz oder das Zerknautschen von Styropor.
Meine Top five der Ekelgeräusche
1. Fingernägel auf einer Schiefertafel oder auf einem Fensterbrett
2. Die Titelmusik von „Germany’s Top Model“
3. Das Quietschen der Linie 4 in der Kurve zwischen Marienstrasse und Aegi bei geöffnetem Fenster
4. eine springende Lieblings-CD („ft ft ft ft ft“), egal welche
5. das Knacken von Finger- und Fußknöcheln
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